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Die performative Installation „Frischgemüse“ stellt eine spielerische Intervention dar, die sich zwischen der Globalisierungskritik und der Kritik an den GlobalisierungskritikerInnen bewegt.
Die Arbeit wurde als Antwort auf die freundliche Einladung zur Teilnahme an der „Subversiv Messe“ Linz – der internationalen Ausstellung politisch engagierter Kunst – konzipiert und aufgeführt.
An einem “Frischgemüse“-Stand wird eine breite Auswahl frischer Tomaten verschiedener Sorten, Herkunft und Preisklassen angeboten: von Golden Star aus Südafrika für 20 Cent das Stück, über Ziona aus Israel und Marzano Palermo aus Italien bis hin zur Bio-Marklhoftomaten aus dem nah gelegenen St. Pölten für stolze 1.50 Euro pro Stück.
Unmittelbar daneben befindet sich ein speziell eingerichteter Schiessstand, an dem GlobalisierungskritikerInnen die Möglichkeit erhalten, die ausgewiesenen Haie der globalen Marktwirtschaft direkt anzugreifen. Die an der Wand des Schiessstandes angebrachten Schilder mit Logos grosser und aufgrund ihrer Geschäftsstrategien in Verruf geratener Lebensmittelkonzerne wie Kraftfoods, Nestle, Lidl, Coca-Cola, Starbucks etc. bilden hier die Zielscheiben.
Als Wurfgeschosse werden die in der linken Tradition als Protestmittel wohl bekannten und von der schiessenden Kundschaft vor Ort erworbenen Tomaten eingesetzt.
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“Marina Belobrovaja schaffte es mit ihrer hintergründigen Performance wirklich subversiv zu sein: Auf ihre Kritik am blinden Aktionismus fielen so gut wie alle Messebesucher herein. Die Verführung eine Tomate auf böse Logos zu werfen, war eben einfach zu groß. Marina: “Es fällt auch auf, dass in diesem Umfeld noch immer die Bio-Tomate am liebsten geworfen wird.” Auch die Bio-Tomate war übrigens Fake – ebenso wie der überzogene russische Dialekt. Die Tomaten rotteten vor sich hin und nach drei Tagen stank es schon gewaltig. Und aus dem Radio tönte übrigens, falls mal jemand ein Logo mit der “Munition” traf, die Internationale – in verschiedenen Sprachvariationen.“ von Alain Bieber