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Ein Projekt in Zusammenarbeit mit Ana Strika und Magdalena Baranya
Kuratiert von Esther Eppstein & message salon
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Foto: Lorenzo Pusterla ©
Die fortschreitende Globalisierung betrifft zunehmend auch unsere Ernährung. Lebensmittel, die in Schweizer Supermärkten gekauft werden, kommen zum grossen Teil von weither. Das Spektrum der importierten Produkte reicht von Kaffee und tropischen Früchten über Gemüse und Fleisch bis hin zu Wasser, Mehl und weiteren Grundnahrungsmitteln. Saisonale Rahmenbedingungen sind durch die Öffnung des Schweizer Lebensmittelmarktes für Importportware komplett überwunden.
Die zum Teil extremen Entfernungen spielen dank verfügbarer Technik und moderner Logistik keine Rolle mehr und machen sich kaum in unseren Portemonnaies bemerkbar. Die permanente Verfügbarkeit diverser Lebensmittel ist für uns heute selbstverständlich und für unser Essverhalten unentbehrlich geworden. Und genau diese Selbstverständlichkeit wollen wir mit unserem Projekt „Dinner for two“ im Rahmen einer spielerisch-plakativen Nachstellung der etablierten Import-Export-Schemata näher ausleuchten.
Für die Zubereitung des Mahls wurde von uns die Köchin Magdalena Baranya eingeladen. Im Vorfeld stellten wir mit ihrer Unterstützung ein Menü für das bevorstehende Essen zusammen, bei dem wir einen besonderen Wert darauf legten, dass die Speisen einem gewöhnlichen mitteleuropäischen Geschmack entsprechen – also nicht besonders exotisch oder exquisit sind.

Foto: Lorenzo Pusterla ©
Anschliessend recherchierten wir nach der Herkunft aller Lebensmittel, die wir für die Zubereitung des Mahls bestehend aus 3 Gängen benötigten. Mit dem Einkauf einiger Lebensmittel konnten wir unsere Freunde, Bekannte und Verwandte, die sich zu der Zeit in verschiedensten Ecken der Welt aufhielten, beauftragen. Andere Produkte mussten über Onlineshops, die in den jeweiligen Herstellungsländern stationiert sind oder direkt bei den Erzeugern bestellt werden. Bei allen Bestellungen war uns wichtig, möglichst genau so viel zu bestellen, wie wir für das geplante Essen für zwei Personen benötigten. Wenn dabei Schwierigkeiten auftraten, kauften wir die kleinst mögliche Menge desjenigen Produktes.
Die Lebensmittel erreichten uns alle über unterschiedliche Wege: per Post, per Kurier bei besonders schnell verderblichen Produkten, von unseren KäuferInnen persönlich per Auto, Zug oder per Flugzeug in die Schweiz eingeflogen. Bei persönlicher Lieferung konnten wir die Transportkosten prozentual ausgehend von dem Gewicht der Ware im Verhältnis zu den jeweiligen Reisekosten ausrechnen. Alle unsere LieferantInnen wurden ausserdem gebeten, ein Foto von dem Laden/Ort, an dem sie die Produkte gekauft haben, zu schiessen, unbedingt auf eine Kaufquittung zu bestehen und einige Eckdaten wie Adresse oder Zeitpunkt des Kaufs für unsere Dokumentation zu notieren. Diese Informationen sind nun auf einzelnen Produktseiten des Projektblogs ersichtlich.

Foto: Lorenzo Pusterla ©
Nachdem das Mahl abgeschlossen wurde, erhielten die Gäste eine Quittung (wie es in einem Restaurant üblicher Weise gehandhabt wird). Die authentisch gelayoutete Quittung unterschied sich jedoch in ihrem Umfang von den gewöhnlichen, denn hier wurden alle Einkäufe mit den entsprechenden Transportkosten aufgeführt.
Die Gesamtkosten für die importierten Lebensmittel beliefen sich auf 1′069.35,- CHF, die zurückgelegte Entfernung aller bestellten Produkte für das Dinner summierte sich auf 120′003 km = 3 Mal um die Welt.
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Ausführliche Dokumentation des Projektes![]()
Das Projekt fand am 4 September 2009 im Rahmen des thematischen Festivals “Nahrung”
in der Roten Fabrik Zürich statt. Weitere Details zur Ausstellung hier