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Das Projekt begann mit der Errichtung einer Produktionsstätte – der Denkmal-Manufaktur. Nach einem festgelegten Muster sollten hier freistehende Denkmäler, die sich ausdrücklich den modernen ErwerbsarbeiterInnen widmeten, aus Holzlatten und Altkarton hergestellt und anschliessend mit „Gedenktafeln“ versehen werden. Die Gedenktafel-Beschriftung griff bekannte Zitate und etablierte Sprichwörter zum Thema der Arbeit auf.
Durch Stellenausschreibungen im Internet und in der Presse wurden hierfür temporäre Arbeitskräfte gesucht – eine Assistentin, zwei Praktikantinnen, zwei Hilfsarbeiter – und im Zuge eines Bewerbungsverfahrens auf ihr Engagement und ihre handwerkliche Eignung hin geprüft. Für die Dauer des Projektes übernahmen sie unter einem Temporärarbeitsvertrag jeweils einen der vorgegebenen Arbeitsbereiche: Säge-, Schraub-, Tacker-, Klebe- oder Malarbeiten. Es wurde die grösstmögliche Produktivität angestrebt.
Werbemassnahmen in der Stadt, sowie Berichterstattung vor Ort bildeten einen unmittelbaren Bestandteil der Aktion. Zeitungen und Radiosender – Aargauer Zeitung, Tagesanzeiger, WOZ, KanalK u.a. – wurden in das Projekt direkt miteinbezogen und haben das Geschehen durchgehend begleitet (siehe ausgewählte Zeitungsausschnitte im Anhang).
Für interessiertes Publikum wurden ausserdem im Rahmen von drei geführten Rundgängen Einblicke in den Betriebsalltag der Manufaktur gewährt (31.07, 3.08, 04.08.2008). Während der Rundgänge wurden die BesucherInnen jedoch ausschliesslich mit dem Herstellungsprozess der Denkmalsockel konfrontiert.
Die zu erwartenden Statuen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht angebracht worden. Die Neugierde des Publikums bezüglich ihrer Beschaffenheit sollte erst bei der feierlichen Einweihung des Denkmals befriedigt werden. Erst ein Tag vor der Zeremonie wurde die Herstellung der Denkmäler hinter verschlossenen Türen endgültig abgeschlossen.
Auf dem Theaterplatz in Baden wurde für den 7. August 2008 um 18:00 Uhr eine feierliche Einweihung der Denkmäler angekündigt. Rund 100 Gäste haben sich an diesem Tag auf dem Theaterplatz versammelt, um der (inszenierten) Zeremonie beizuwohnen. Im Rahmen der Feier wurden neben der Danksagung von Marina Belobrovaja Reden zum Thema Arbeit von prominenten Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Politik gehalten: Daniela Berger – Politikerin SP, Stadträtin Baden, Kurt Gunzinger – Personalmanager NOK, Kurt Emmenegger – Regionalsekretär Unia Aarau, Rolf Victor Heim – Arbeitsmediziner IfA, Robert Stolz – Unternehmer Fahrradbau Stolz.
Die offizielle Eroffnung des Denkmals – das obligatorische Durchschneiden der Schleife – wurde durch die Stadträtin Badens, Frau Daniela Berger vollzogen. Anschliessend konnte das Vernissagepublikum auf das neue Erwerbsarbeit-Denkmal mit Sekt anstossen. Das Publikum verteilte sich auf dem Theaterplatz und vertiefte sich unter musikalischer Begleitung des Flötisten Oliver Roth in die Betrachtung einzelner Denkmalelemente.
10 Minuten später wurden die Gäste von einem Müllentsorgungswagen des Werkhofs Baden überrascht, der auf dem Platz parkte und die Sockel innerhalb von wenigen Augenblicken in seinem Container verschwinden liess. Nach der Entsorgung der ersten Statue in der Presse des Müllwagens hat das Publikum, dem Beispiel eines plündernden Besuchers folgend, in Sekundenschnelle alle Figuren und Gedenketafeln von den Sockeln entfernt und in Taschen, Säcken oder einfach unter dem Arm mitgehen lassen.
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