Als Künstlerin, die seit mehreren Jahren gesellschaftliche Machtverhältnisse anhand von Themen wie Migration, ethnische und nationale Zugehörigkeit, Gesetzgebung, Ökopolitik, Arbeits- und Produktionsbedingungen untersucht, bin ich mit der Rezeption meiner künstlerischen Praxis unter dem Begriff der politischen Kunst auch ausserhalb des künstlerischen Feldes, etwa in den Medien, im Bildungsbereich ebenso wie im wissenschaftlichen Kontext, konfrontiert. Doch was bedeutet diese Zuschreibung genau? Welche Inhalte und Strategien künstlerischer Produktion umfasst der Begriff der politischen Kunst für wen und wann?

In meinem PhD-Projekt analysiere ich unterschiedliche Auslegungen des Begriffs der politischen Kunst anhand von einer Reihe konkreter Fallbeispiele aus der Deutschschweiz und gehe der Frage nach, anhand welcher Überlegungen den ausgewählten künstlerischen Praxen die Eigenschaft des Politischen zugeschrieben wird. Welche Merkmale führen die KünstlerInnen sowie ihr Umfeld dazu, bestimmte Haltungen, Prozesse, Vorgehensweisen und Werke als politisch zu begreifen, und in welchen Dispositiven werden diese Charakteristika formuliert?

"Das ungute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen. Engagierte Kunst aus der Schweiz." ist ein im Oktober 2018 an der Kunstuniversität Linz mit Auszeichnung abgeschlossenes art-practice-based PhD-Projekt. Erstbetreuer: Giaco Schiesser ZHdK, Zweitbetreuerin: Dr.Rachel Mader HSLU


Zum Projekt erscheint Anfang 2019 im Verlag diaphanes eine gleichnamige Publikation.