Als Künstlerin, die seit mehreren Jahren gesellschaftliche Machtverhältnisse anhand von Themen wie Migration, ethnische und nationale Zugehörigkeit, Gesetzgebung, Ökopolitik, Arbeits- und Produktionsbedingungen untersucht, bin ich mit der Rezeption meiner künstlerischen Praxis unter dem Begriff der politischen Kunst auch ausserhalb des künstlerischen Feldes, etwa in den Medien, im Bildungsbereich ebenso wie im wissenschaftlichen Kontext, konfrontiert. Doch was bedeutet diese Zuschreibung genau? Welche Inhalte und Strategien künstlerischer Produktion umfasst der Begriff der politischen Kunst für wen und wann?




In meinem PhD-Projekt analysiere ich unterschiedliche Auslegungen des Begriffs der politischen Kunst anhand von einer Reihe konkreter Fallbeispiele aus dem jüngsten Jahrzehnt in der Deutschschweiz und gehe der Frage nach, anhand welcher Überlegungen den ausgewählten künstlerischen Praxen die Eigenschaft des Politischen zugeschrieben wird. Welche Merkmale führen die KünstlerInnen sowie ihr Umfeld dazu, bestimmte Haltungen, Prozesse, Vorgehensweisen und Werke als politisch zu begreifen, und in welchen Dispositiven werden diese Charakteristika formuliert?

Ein art-practice-based PhD von Marina Belobrovaja an der Kunstuniversität Linz. Erstbetreuer: Giaco Schiesser ZHdK, Zweitbetreuerin: Dr.Rachel Mader HSLU


Das Ende 2017 abgeschlossene PhD-Projekt liefert die Grundlage für eine Publikation, die unter dem Titel "Das ungute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen. Engagierte Kunst aus der Schweiz heute." Ende 2018 bei DIAPHANES erscheinen soll.